CUT Magazin

Stroke Urban Art Fair in München

Liebe Streetart-Fans aufgepasst: Zum sechsten Mal findet sie bereits statt, die Messe für urbane Kunst namens STROKE – URBAN ART FAIR. Neben den Ausstellern – diesmal sind über 45 nationale und internationale Galerien, Projekte und Künstler-Kollektive auf rund 3.500 Quadratmetern der Praterinsel zu sehen – widmet sich die Messe immer wieder besonderen Aspekten moderner Kunstentwicklungen, die sie ihrem Publikum auf neuen Bühnen präsentiert.

Das genaue Programm, Öffnungszeiten sowie Eintrittspreise findet ihr auf der Website.

HELLO HANDMADE MARKT 2012

Fotos: Sophie Pester

HURRAH! Endlich ist es wieder soweit! Der Termin für den dritten hello handmade Markt steht fest: es ist der 21.Oktober 2012. Ort wird wie im letzten Jahr Kampnagel in Hamburg sein. Sei dabei und bewirb dich jetzt bis zum 31. Mai.

Wer kann mitmachen? JEDER, der kreativ tätig ist und seine Produkte vorstellen und zum Verkauf anbieten möchte, kann sich für einen Stand auf dem hello handmade Markt bewerben.

Alle Infos findest Du auf der Webseite der Organisatorinnen von hello handmade >hier

Designer Kurzinterview: Wednesday – Paper Works

Jedes Jahr gibt es auf dem Berliner Designer-Weihnachtsmarkt Holy Shit Shopping hunderte Stände. Und nur der eine hat mich im letzten Jahr so beeindruckt und berührt, dass ich wochenlang danach telefoniert und gemailt habe, um rauszufinden, wer das war. Diese beiden Schwestern, die wunderwunderwunderschönste Papeterie Produkte herstellen und verkaufen. Zum Glück hatte ich es rechtzeitig bis zu meinem Geburtstag im Februar rausgefunden und so konnte ich schnell mein erstes Fanprodukt von Wednesday – Paper Works in den Händen halten: den zauberhafte 4-farbigen Siebdruck. Und ich sage Euch, es werden noch viele, sehr sehr viele weitere Produkte in meine Sammlung dazu geshoppt werden. Ich will alles, alles! Aber hier für Euch erstmal das Interview mit den beiden:

1. Wer seid ihr und wovon lebt ihr?
Wir sind Jenny & Chrish Klose und haben Wednesday – Works kreiert. In einer Fabriketage in Berlin-Kreuzberg gestalten und  produzieren wir unsere Produkte.

Wir lieben das Handwerk, Papier, Design und die Haptik der Dinge. Wir versuchen Dinge zu entwickeln, die praktische Begleiter, Inspirationsquelle und Herzeigeobjekte sind. Wir glauben, dass Papier das Gegen-Material zur digitalen Welt ist. Papier fordert Aufmerksamkeit, Bedacht und ein Langsam-Machen ein – Qualitäten, die jeder in seinem Leben brauchen kann. Da Wednesday – Paper Works noch am Anfang steht ist das Geld oft ein bisschen knapp.

Wir versuchen von dem zu leben, was wir tun. Wir stecken all unsere Zeit, Energie und unser Können hinein und sind uns sicher, dass es sich irgendwann auszahlen wird.

2. Wie kamt ihr auf die Idee, Wednesday – Paper Works zu gründen und was habt ihr davor gemacht?
Es war ein bisschen wie Eins und Eins zusammenzuzählen. Jenny ist Buchbinde-Meisterin und ich bin Grafik-Designerin. Wir beide arbeiten mit Papier und sind Materialfetischistinnen. Und irgendwann war klar: »Lass und die beiden Welten zusammenbringen.« und vor allem: »Let”s rock Papeterie!«

Jenny hat über Umwege als Fotoassistentin und einem Anglistik-Studium ihr Leidenschaft für das arbeiten mit Papier und die Buchbindekunst entdeckt. Für sie war irgendwann klar, dass es die Buchbinderei sein wird. Und ich bin seit 11 Jahren Grafikdesignerin und habe die letzen 6 Jahre eine Grafik-Agentur geleitet. Am liebsten gestalte ich Bücher. Ich habe mit verschiedenen Verlagen zusammengearbeitet und jetzt habe ich mit Jenny selbst sowas ähnliches.

3. Was war für euch das spannendste seit der Gründung?
Und was würdet Ihr jetzt schon anders machen?
Das Gründung ist eine verzwickte Sache. Denn zuerst gründet man im Kopf und da ist alles einfach, funktioniert bestens und sieht umwerfend aus. Gründen in der echten Welt bedeutet den Angriff der Kinkerlitzchen abzuwehren und zu erkennen, dass alles einen Tacken schwieriger ist als man dachte, ziemlich wenig reibungslos funktioniert und dass man oft mit Version B klarkommen muß. Oft hat man das Gefühl, dass vielleicht alles ein bisschen zu viel, zu groß und zu undurchschaubar ist.Aber es gibt auch diese anderen Augenblicke: Wenn man von Leute ein super Feedback bekommt und sie die Produkte lieben – das ist wie Sonnenschein. Oder man trifft Leute, mit denen man sich austauschen und zusammen etwas entwickeln kann – das ist Antrieb. Der Augenblick, wenn man die erste Kiste mit Produkten zum Verschicken klarmacht und stolz auf das ist, was man geschaffen hat. Und ja: Jemand hat tatsächlich etwas bestellt! Es ist also Realität, was man sich da im Kopf zusammengeschraubt hat. Und manchmal denkt man, dass man alles hätte anders machen müssen. Aber man kann nicht schlauer sein als man zu Anfang eben ist. Danach – ja, da fallen einem die Sachen auf. Dann ist es aber schon zu spät. Wir analysieren uns und unseren Weg und können ziemlich gut damit leben – inklusive aller Fehler, die man einfach nicht vermeiden kann.

4. Woher kriegt ihr eure Inspiration? Habt ihr gestalterische Vorbilder?
Stationery (engl.: Papeterie) wird im englisch sprachigen Ausland ganz anders angesehen. Die Engländer und Amerikaner haben eine größere Vielfalt an Produkten und sie zelebrieren ihr Stationery regelrecht. Uns hat sehr inspiriert, zu sehen, mit wieviel Liebe und Enthusiasmus die Leute dort ihre Sachen kreieren und leben.Wir sehen uns als Eklektiker. Es gab zu allen Zeiten herausragende Formensprachen und Stile. Wir fügen aus den unterschiedlichen Epochen Stilelemente zusammen und interpretieren diese neu. Beim Kochbuch zum Beispiel, erinnert die Prägung ein bisschen an den Jugendstil, die Typo ähnelt den 50er-Jahre-Schriften aus Amerika. Die Art, die Dinge zu kombinieren, und der Materialeinsatz sind aber total ,heute‘.

5. Ihr fühlt euch der Charta für nachhaltiges Design verpflichtet. Was sind die Kernpunkte und wie übertragt ihr die auf eure Arbeit?
Die wichtigsten Punkte sind, dass nachhaltiges Design…

…materialeffizient und materialgerecht
…energieeffizient
…schadstoffarm
…abfallarm beziehungsweise abfallvermindernd
…langlebig
…recycling- und entsorgungsgerecht
…logistikgerecht
…nutzungsgerecht sozial
…verträglich wirtschaftlich und erfolgreichsein soll.

Und vor allem: Nachhaltiges Design als einen Prozess zu begreifen.

Nichts das 100%-nachhaltige Produkt an sich steht im Vordergrund, sondern die schrittweise Verbesserung der bestehenden Produkte und Prozesse.
Für uns heißt das konkret: Da wir viel mit Naturprodukten wie Pappe und Papier arbeiten, achten wir sehr darauf, daß diese zertifiziert sind und einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen Wald und Holz nachweisen können.
Wir legen auf Co2-reduzierten Druck wert. Beim klimaneutralen Druck werden die CO2-Emissionen, die von der Papierherstellung bis zum fertigen Endprodukt entstehen, an anderer Stelle wieder ausgeglichen. Wir arbeiten mir hochwertigen Materialien und empfinden unsere ,Reste‘ oft nicht als Müll, sondern eher als einen Grund sich was einfallen zu lassen. So können neue pfiffige Produkte entstehen.
Wir versenden klimafreundlich mit DHL GoGreen.

Und wir versuchen mit Berliner Unternehmen und regionalen Anbietern zusammenzuarbeiten, um unser ,Neigbourhood‘ zu supporten.
Wir legen auf qualitativ hochwertige Verarbeitung wert. Nur so kann man sich lange an den Dingen freuen. Wir glauben, dass unser Design zeitlos aktuell ist, also man wirklich dauerhaft an den Sachen Freude haben kann. Und falls ein Buch mal Schaden nehmen sollte: Eine Buchbinderei kann auch ,flicken‘. *Reparieren statt Wegwerfen*

Und dann noch die vielen kleinen Dinge, die jeder tun kann: Nett zu sich und den Nachbarn sein, Fahrrad fahren, Müll trennen, Energie sparen und Baumwolltaschen tragen.

6. Habt ihr schon einen Bestseller unter euren Produkten? Und habt ihr ein eigenes Lieblingsteil?
Das Kochbuch und das BabyJournal sind sehr gefragt. Wir finden die ,Karten für Anliegen‘ ziemlich toll, weil sie ein Old-School-Produkt in einer New-School-Verpackung sind. Wir finden die Vorstellung ziemlich nett, wenn sich die Menschen wieder anfangen würden sich kleine Botschaften zu schicken. Keine SMS oder Mails, sondern: Meine Hand schreibt dir – so schön sie kann – eine Nachricht und ich zeige dir so, dass das was wirklich besonders ist. – Ein tolles Essen, ein ersehntes Geschenk – ein großer Gefallen oder einfach nur so, zwischendurch, weil man sicher sein kann, dass sich der andere riesig darüber freut.

7. Habt ihr einen Rat für DIY Neueinsteiger?
Dranbleiben und es sich schön machen! Es geht bei DIY nicht um das fertige Produkt, sondern um den Weg dorthin. Das kann schon beim Kleinsten anfangen. Die Materialien, die Werkzeuge, der Ort oder auch die Menschen, mit denen ich das teile. Alles sollte einen erfreuen. DIY braucht Geduld und Ausdauer. Wer nur dem fertigen Produkt nachjagt, wird of gefrustet oder enttäuscht sein.Wir hatten mal einen kleinen Strickzirkel, da kamen alle Stufen von Können und Nicht-Können zusammen: Von der super präzisen Schnellstrickerin, über die »wie-geht-nochmal-Rechts-Stricken«-Frau oder »Stricken ist mir egal – Ich backe was«. Und es war grossartig! Wir haben einander geholfen, uns über fehlgelaufene Projekte totgelacht und unsere Werke bewundert und lecker Kucken gegessen. Denn darum geht”s – SPASS HABEN!

Alle Fotos: Wednesday – Paper Works

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