CUT Magazin

Kurzinterview:Claudio Weber/Modedorf

Wer bist Du und was machst Du?
Hi, ich bin Claudio Weber. Im realen Leben bin ich für PR & Marketing der Düsseldorfer Digital Creative Production Parasol Island (http://www.parasol-island.com/) zuständig. In der virtuellen Welt führe ich mein kleines feines Modeblog Modedorf.

Wie kamst Du dazu, einen Modeblog zu schreiben und wie lange gibt es Deinen Blog Modedorf schon?
Ich habe Modedorf Ende 2007 ins Leben gerufen. Entstanden ist das Blog aus einer Laune heraus. Ich habe andere Blogs wie „Facehunter“ und „The Sartorialist“ verfolgt und mich gefragt, ob so etwas auch in meiner Stadt möglich ist. Düsseldorf zehrt immer noch von seinem einstigen Ruf als Modehauptstadt und ich wollte einfach schauen, was da noch dran ist. Gestartet ist das Blog als reines Streetstyle Blog, seit einem Domainwechsel und dem damit verbundenen Relaunch im März 2011 versuche ich jetzt step by step auch kulturelle Themen wie Musik, Kunst und natürlich noch mehr Mode einzubeziehen.

Du schreibst in Düsseldorf. Was unterscheidet den Style dort von Berlin, Hamburg oder München?
Ach, also am Ende ist da das modische Gefälle gar nicht so groß. Du wirst wohl in allen Städten die gleichen Styles finden, natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt. Jede Stadt hat ihre verschiedenen Szenen, in Berlin ist vermutlich der Anteil der Hipster größer, München hat wohl die größte Schickeria und die meisten hochgestellten Krägen (ein Gerücht, dass sich hartnäckig über Düsseldorf hält) usw. Ich glaube nicht, dass man einer Stadt einen modischen Stempel aufdrücken kann. Ich hoffe das bleibt auch so, denn es will doch keiner von uns in einer Stadt voller Uniformierter leben.

Was inspiriert Dich?
Alles und nichts, in erster Linie aber vor allem mein direktes Umfeld.

Welche Webseiten guckst Du Dir regelmässig an? Welche Blogs verfolgst Du?
Ich erwische mich ständig, wie ich auf der Straße versuche in fremde Häuser und Wohnungen zu spähen. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass es Leute gibt, die uns freiwillig ihre eigenen 4 Wände präsentieren. Momentan surfe ich gerne auf Blogs wie „The Selby“, „The Coveteur“, „Freunde von Freunden“ und „The Makers“. Alles Fotoprojekte, die ich uns Einblicke in meist tolle individuell eingerichtete Wohnräume kreativer Menschen erlauben. Das führt leider auch dazu, dass ich so am laufenden Band das Bedürfnis habe mich neu einzurichten.

Glaubst Du, DIY ist ein kurzfristiger Trend oder wird langfristig bleiben?
Ich glaube, dass der Trend sich weiter fortsetzen wird und immer mehr Menschen ihm folgen. Selbermachen ist ein Bekenntnis zur Individualität und das ist doch das was alle wollen. Es geht aber auch um kritische Konsumhaltung und Nachhaltigkeit. Wer ganz viel Herzblut in das Entstehen seines Kleidungsstücks, Accessoires oder was auch immer gesteckt hat, der weiß das Resultat mehr zu schätzen. Vivienne Westwood hat das Revival des DIY-Trends schon 2008 eingeläutet: „Don’t buy my clothes. Well, if you are rich or can afford a stylist, you can get me. But if not, do it yourself!“ Bis heute hat sich da viel getan. Nicht umsonst schreiben Internetplattformen wie Etsy und Dawanda, auf denen Selbstgemachtes angeboten wird, mittlerweile Rekordzahlen.

Welches Teil darf 2011 in keinem Kleiderschrank fehlen?
Ich kann da nur über meinen eigenen Kleiderschrank sprechen. Da in diesem Jahr mein Umfeld so langsam mit dem Heiraten anfängt, ist ein guter Anzug dringend notwendig, da bin ich leider noch etwas hinterher. Ich halte sonst nichts davon Trends mitzumachen, aber ich möchte die ganzen Farben nicht mehr missen. Bunte Streifen in sämtlichen Variationen, Colorblocking rockt, ich weiß… schon hundert Mal gehört.

Welches Projekt würdest Du gerne realisieren, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
Das Projekt heißt Sofort-Rente.

 

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