CUT Magazin

Designer Kurzinterview: Pia Katz

Ab und zu passiert es mir, dass ich in der Flut von Handmade Online Angeboten auf etwas stoße, das mich ganz verzaubert und begeistert. Bei den Accessoires und Schmuckstücken der Berliner Designerin Pia Katz geht es mir zum Beispiel so. Die Farben, die Materialien, die Formen – alles ist so stimmig und geschmackvoll. Zeit für ein Designer-Kurzinterview also!





1. Stelle uns Dich kurz vor.
Unter meinem Label “Pia Katz” entwerfe und produziere ich seit einem halben Jahr Schmuck und Accessoires. Die erste Kollektion umfasst neben dem Schmuck auch Taschen, Tücher und Schals und in Zukunft auch Mode. Alles wird in Kleinstserie in Berlin produziert und in ausgewählten Shops vertrieben. Online sind sie über DaWanda erhältlich.

2. Wie kamst Du dazu, das zu machen, was Du machst ?
Ich habe schon immer als Kind gemalt und gebastelt und es beruflich immer fortgeführt, nur das es immer in einem anderen Rahmen stattgefunden hat.
Studiert habe ich freie Kunst an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam. Nach meinem Diplom 2001 bin ich nach Berlin gekommen und habe hier viel als  Filmausstatterin und Kostümbildnerin gearbeitet, was immer intensiv und aufregend war und einem viel kreativen Spielraum ermöglicht hat aber letztlich doch immer ein “Gesamtkunstwerk” war. Jetzt habe ich mittlerweile zwei kleine Kinder und kann so wie vor der Babypause nicht mehr arbeiten. Als mir dann ein Atelierplatz angeboten wurde habe ich mich völlig unbelastet in die Arbeit gestürzt ohne vorher zu wissen, das ich Schmuck machen würde und nun bin ich sehr glücklich wieder ausschließlich meine eigenen Sachen machen zu können und mein eigenes Geld zu verdienen.

3. Was inspiriert Dich/Deine Arbeit?
Das kann ich gar nicht so genau sagen? Alles läuft ja irgendwie auf intuitiven Kanälen. Am liebsten verreise ich, denn was Neues sehen ist natürlich der beste Motor fürs Gehirn und die Kreativität. Ich sehe mir auch gerne Reisedokumentationen im Fernsehen an und kann mich dann gar nicht satt sehen an den Trachten, Mustern und den Farben irgendwelcher für uns exotischer Kulturen. Neulich war ich total fasziniert von einem Buch über Indianer, was ich eigentlich für meinen Sohn aus der Bücherei ausgeliehen habe.
Ich mag diese Zustände, wenn mann unterwegs ist und sich in einem “Schwamm-Modus” befindet, also wenn man aufnimmt, ohne bewusst zu selektieren. Das findet sich dann in der Arbeit wieder oft ohne das man noch zurückverfolgen kann wo es herkam.

4. Welche Modetrends siehst Du derzeit?
Der Trend, der mir selbst gerade am meisten gefällt, ist die satte Farbenpracht und auch das Kombinieren von verschiedenen “lauten” Farben miteinander. Jil Sander (bzw. Ralf Simons) ist mit der Sommerkollektion dieses Jahr meisterhaft darin. Es ist gar nicht so einfach Farben, die sehr dominant sind untereinander zu kombinieren, das sie sich verstärken in ihrer Wirkung.

5. Arbeitest Du von zu Hause aus oder hast Du ein Büro?
Mein Gemeinschaftsatelier ist in Neuköln zwischen dem  Stoffmarkt am Maybachufer und Hermannplatz. Es ist ein authentischer, durchwachsener Kiez und logistisch sehr gut gelegen.

6. Hast Du ein Bestseller Produkt?
Alle meine Armbänder verkaufe ich sehr viel. Man kann sie gut verschenken, was ja nicht bei allen Schmuckstücken so einfach und unverfänglich ist und der Preis ist ziemlich überschaubar. Bei den Accessoires sind es die 3-Farbigen Jersey-Loops.

7. Was war Dein bisheriges Lieblingsprojekt?
Ich hatte schon viele Lieblingsprojekte….? mein letztes Lieblingsprojekt war die Zeit des unbefangenen Entwerfens meiner ersten Leder – Schmuckkollektion.
Ich habe unter keinerlei Druck gearbeitet, noch nicht gewusst wo die Reise hingeht und mich einfach treiben lassen – großer Luxus!

8. Wo kaufst Du Deine Stoffe?
Meist auf dem Stoffmarkt am Maybachufer in Kreuzberg. Für Modedesigner mit kleinen Auflagen ist es ausgesprochen günstig und man kann mit seinen Lieblingshändlern gute Preise aushandeln das macht viel mehr Spass als bei Karstadt einkaufen zu gehen.

9. Was ist Dein Tipp für DIY Neu-Einsteiger?
Das kommt darauf an, was die eigene Zielsetzung ist ? Ob mehr das Geld verdienen im Vordergrund steht oder das Design? Man sollte seinem ganz eigenen Impuls folgen und sein Design nicht unbedingt irgendwem oder irgendwas anpassen weil es dann einfach nie die authentische individuelle Kraft besitzen kann und damit eher in der grossen Masse unterzugehen droht.  Wenn es mir gelingt mir etwas schönes auszudenken und herzustellen, dann bin ich zutiefst glücklich und das Gefühl will ich nicht irgendwelchen Trends opfern, weil ich dann vermeintlich glaube erfolgreicher zu sein. Mein Tip für DIY Neu-Einsteiger ist also basteln ohne Denken!

10. Welches Projekt würdest Du gerne umsetzen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
Ich würde sehr gerne eine Taschenkollektion aus echtem Leder entwerfen ohne auf Produktionskosten und Herstellungstechniken achten zu müssen….

Interview: Anna aus Berlin, Fotos: Pia Katz

2 Kommentare zu “Designer Kurzinterview: Pia Katz

Kommentarfunktion geschlossen.

Λ