
Wer die Dawanda Trends und Bestseller öfter verflogt, für den ist enna keine Unbekannte. enna führt dort nämlich regelmäßig die Listen an: 3565 verkaufte Artikel seit 2007: wow. Kein Wunder bei den schönen Produkten! Ich habe enna ein paar Fragen gestellt:
Wer bist Du und wovon lebst Du?
Ich bin Anne Wendlandt, 28, Dipl. Grafikdesignerin und lebe in Hannover im schönen Stadtteil Linden. Dort befindet sich auch mein Laden enna, in dem ich sowohl meine eigenen Produkte unter dem gleichnamigen Label verkaufe, als auch Waren aus der ganzen Welt (Japan, Korea, Spanien, USA, GB…) anbiete. Außerdem habe ich zwei Shops im Internet bei Dawanda und etsy, wo man ebenfalls meine Kreationen kaufen kann. Nebenbei nehme ich auch Grafikdesign und Illustrations Aufträge an.
Wie kamst Du zur Handarbeit?
Handarbeit hat mir schon immer große Freude gemacht. Selbst gemachte Geschenke haben in meiner Familie Tradition, die ich bis heute versuche, aufrecht zu erhalten. Handgemachtes ist weitaus persönlicher und meistens günstiger als Gekauftes. Der Gedanke, die Kreationen nicht nur zu verschenken, sondern damit Geld zu verdienen, kam mir während des Studiums. In Hannover eröffnete zu dem Zeitpunkt der erste Laden für Indie Designer, wo ich ein Fach anmietete (Designkombinat). Außerdem brauchte ich einen kreativen Ausgleich zur Computerarbeit. Ein paar Jahre später – 2006 – machte ich dieses Hobby zu meinem Beruf.
Woher kriegst Du Deine Inspiration?
Viele Ideen entwickeln sich aus Kindheitserinnerungen, beim Betrachten alter Fotos oder Bilderbücher. Auf Reisen habe ich immer ein Sketchbook dabei, um meine Ideen aufzuzeichnen. Manchmal kommen die Ideen aber auch aus dem Nichts, beim Aufwachen unter der Dusche oder beim Radfahren.
Wo verkaufst Du besser - online oder in Deinem Laden?
Das hält sich meist die Waage. Im Internet erreiche ich eine größere Masse an Leuten, dafür habe ich im Laden eine breitere Produktpalette, da ich dort auch die Produkte anderer Designer verkaufe.


Glaubst Du DIY ist nur eine kurzlebiger Trend oder wird langfristig bleiben?
Ich glaube, dass DIY sich sehr gut etabliert hat und kein kurzlebiger Trend ist. Es wird immer Leute geben, die mehr Wert auf große Marken und Statussymbole legen, als auf besondere, handgemachte Schätze. Aber dadurch, dass sich die Ware der großen Modeketten und Kaufhäuser immer weniger von einander unterscheidet, wächst bei vielen das Interesse an Unikaten abseits der Massenware.
Was ist Dein derzeitiges Lieblingsteil (eigenes oder fremdes)?
Das Friends of Violet Poster von Studio Violet. Daran kann ich mich nicht satt sehen. Es hängt bei mir zu Hause im Arbeitszimmer und man kann es in meinem Laden kaufen.
Welchen Rat hast Du für DIY Neueinsteiger?
Versucht, Euren eignen Stil zu finden. Neue Ideen kann man super an Freunden und Familienmitgliedern testen – was da gut ankommt, lässt sich bestimmt auch verkaufen. Macht auf Euch aufmerksam, indem Ihr Netzwerke im Internet nutzt (Blogs, Flickr, Facebook, Verkaufsplattformen).
Welches Projekt würdest Du gerne einmal umsetzen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?
Ich würde gerne Stoffe, Tapeten und Bettwäsche mit eigenen Mustern entwerfen. Eine kleine Modekollektion wäre auch toll.
Dein Lieblingsladen in Hannover?
Abgesehen von meinem eigenen Lädchen
mag ich urban she, da gibt es tolle Klamotten. Bei cominghome interior gibt’s original 60er und 70er Jahre Möbel und Wohnaccessoires. Der grossstadtrekorder ist bei mir schräg gegenüber, dort schneidern zwei Modedesignerinnen superschöne Sachen.


Bilder: enna
Anna aus Berlin

Sehr schön! Ich bin ein großer Enna Fan.
…herzliche Grüße von gegenüber und ein sehr schönes Interview.